Kategorie: Was ist Aschura

Wer ist Hussain

Prophet Muhammad (s.) sagte: „Wer Hasan (a.) und Husain (a.) liebt, den liebe auch ich, und wen ich liebe, den liebt auch ALLAH, unwen immer ALLAH liebt, den wird er ins Paradies eintreten lassen. Wer sie aber hasst, den hasse auch ich, und wen ich hasse, den hasst auch ALLAH, den lässt Er ewig im Feuer weilen.“ 

Wer ist Hussain? Hussain wurde 624 n.Chr. in der Familie der Tochter des Propheten Muhammad geboren. Diese Familie steht für Werte wie Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit, Menschlichkeit und Grosszügigkeit. Hussain war bekannt für sein Mitgefühl, seine Demut, seine Tapferkeit und Standhaftigkeit. Darüber hinaus war er auch ein Beispiel dafür, wenn es darum ging die Religion seines Grossvaters zu praktizieren. Deshalb fühlten die Menschen sich zu ihm hingezogen. Er stand darüber hinaus auch für Werte wie Integrität und Gleichwertigkeit. Zu seiner Zeit traten Tyrannen auf und bezeichneten sich als Nachfolger des Propheten Muhammad, was dazu führte, dass das Kalifat in Verruf geriet. Die Moralvorstellungen und Rechte der islamischen Gesellschaft drohten unter der Herrschaft Yazids, dem Tyrannen zur Zeit von Hussein, zu verfallen. Hussain sah, wie die Menschen der damaligen Gesellschaft ihrer grundlegenden Menschenrechte beraubt wurden und entschloss sich, ein deutliches Zeichen zu setzen. Als der Tyrann Yazid im Jahre 680 Hussains Gefolgschaft einforderte, verweigerte Hussain, diese zu leisten. Yazid gab den Befehl Hussain zu töten, worauf dieser sich von Medina nach Mekka begab. Als er jedoch erkannte, dass sein Leben in Mekka bei der Kaaba, dem heiligsten Ort der Muslime, an dem jegliches Menschenleben geschützt ist, in Gefahr geriet, machte er sich nach Kufa, im heutigen Irak auf. Er wurde dort mit seinen 72 Gefolgsleuten von einem Heer von 30‘000 Soldaten umstellt und an der Weiterreise gehindert. Am 10 Tag von Muharram (1. Monat des arabischen Kalenders) des Jahres 61 nach der Auswanderung (680 n. Chr.), eröffnete das übermächtige Heer von Yazid die Schlacht, in deren Verlauf alle Gefolgsleute Hussains den Tod fanden. Dabei war das Heer von Yazid so unbarmherzig und verschonte nicht einmal den 6 Monate alten Sohn Hussains, der am Verdursten war, sondern töteten ihn vor den Augen seines Vaters mit einem Pfeil.  Seit dem ist Imam Hussain nicht nur für uns das Inbild von Freiheit, Freiheitsliebe, Gerechtigkeit und dem Einsatz für gesellschaftliche Sicherheit. Seit mehr als 1300 Jahren trauern wir aus Anlass dieses tragischen Ereignisses und tun unseren Schmerz in den Trauerfeierlichkeiten um Imam Hussain kund.Leider kennen die Muslime das Phänomen des Terrorismus viel länger als die Europäer, nach dem Tod vom Propheten Mohammed wurden seine Familie und die Anhänger seiner Nachkommen zu tausenden ermordet bis hin zur Heutigen Zeit, wenn sie nach Jemen schauen ist dies genau dieser Fall. Wir die Shiiten verabscheuen den IS «Deash» über alles, den Sie selbst sind die meisten Opfer solcher Terroristen seit über 1400 Jahren.„In einer fernen Zeit wirddertragische Vorfall des Todes von Hussain das Mitgefühl des kaltherzigsten Lesers erwecken.“Edward Gibbon (englischer Historiker und Parlamentarier, 1737-1794)  „Sie zeigten, dass numerische Überlegenheit nicht zählt wenn es um Wahrheit und Falschheit geht. Ich bewundere den Sieg von Hussain trotz seiner Unterlegenheit.“Thomas Carlyle (schottischer Essayist und Historiker, 1795-1881)  Als Mahatma Gandhi gefragt wurde, warum er 72 Gefährten auf seinem Salzmarsch für die Freiheit Indiens mitnahm, antwortete er: „Ich nahm 72 mit, da HussainibnAli 72 mitnahm und genauso wie seine 72 ewig sind, will ich, dass meine 72 ewig werden.“ „Ich lernte von Hussain, wie man ein Sieger sein kann,obwohlman ungerecht behandelt wird.”MahatmaGhandi (indischer Morallehrer, Asket und Pazifist, 1896-1948)  “Das Opfer von Imam Hussain ist nicht auf ein Land oder eine Nation beschränkt. Es ist der erbliche Zustand der Brüderlichkeit der gesamten Menschheit.“Dr. Rajendra Prasad (1. Präsident Indiens, 1884-1963)  „Lasst die Menschheit erwachen und jede Gesellschaft wird Hussain als ihren eigenen beanspruchen.“JoshMalihabadi (indisch-pakistanischer Dichter, 1894-1982) Wenn Hussain von uns wäre,würdenwir überall auf derErde ein Banner für ihn hissen und in jedem Land Reden über ihn halten und unter denNamenHussain alle zum Christentum einladen“ Antoine Barra (syrisch Christlicher Schriftsteller, 1943 – heute)   „Obwohl die Priester in Erinnerung an die Leiden Jesu die Gefühle der Menschen ansprechen, findest du unter den Anhängern Christi kein Heldenepos wie es die Gefährten Husseins hervorbrachten. Die Leidensgeschichte Jesu wirkt im Vergleich zu der Imam Husseins wie ein Strohhalm gegenüber einem mächtigen Berg.“Thomas Masaryk (tschechischer Philosoph, Schriftsteller & Mitbegründer und erster Staatspräsident der Tschechoslowakei,1850-1937) Islamisch – Kultureller Verein Ahlebeyt as  in der Schweiz

Zainab, die Enkelin des Propheten Muhammad (s.a.s)

Zainab, die Enkelin des Propheten Muhammad (s.a.s) 

In der islamischen Geschichte gab es viele Frauen, deren politisch-soziologische Einsätze von großer Bedeutung waren. Die Frauen des Propheten (s.a.s) hatten alle bedeutende Rollen in der Weitergabe der islamischen Lehre. Zainab war eine herausragende Frau, und ihr Einsatz in einer kritischen Epoche der Geschichte war von großer Bedeutung. Sie war die Enkelin des Propheten (s.a.s) und die Tochter von Fatima und Ali. Sie wurde zu Lebzeiten des Propheten (s.a.s) geboren und wuchs die ersten Jahren ihres Lebens in seiner Nähe auf. Sie hat aber sehr früh ihren Großvater und ihre Mutter verloren. So bekam sie im jungen Alter die Rolle der Mutter für ihre Brüder, Hassan und Hussein und war eine fürsorgliche Tochter für ihren Vater. Sie hat bewußt die Situation nach dem Tod des Propheten (s.a.s) miterlebt und war interessiert, wie sich die islamische Umma entwickelte. Es gab nach den vier Kalifen unter den Umayyaden einige Herrscher, die sich immer mehr von der islamischen Lehre entfernten. Sie benutzten den Islam für ihre persönliche Macht und Interessen. Die islamische Lebensweise galt für sie als Hindernis für ihre Vorteile. Dennoch nannten sie sich Muslime und interpretierten die islamischen Grundlagen nach ihren eigenen Interessen . Yazid war von der Dynastie der Umayyaden, und nach seinem Vater, Muawiyeh, wurde er Amirulmuminin (der Führer der Gläubigen). Er war bekannt für seine ausgelassene und vergnügungssüchtige Lebensweise. Hussein, der Enkel des Propheten (s.a.s) , war in dieser Zeit der bedeutende religiöse Führer in Madina. Um einem Treueid Yazid gegenüber aus dem Wege zu gehen, beschloß er, Madina zu verlassen. Diese Auswanderung war ein Protest gegen die herrschenden Mißstände, die ermöglichten, daß ein Mann wie Yazid der Führer der Muslime werden konnte. Yazid war besorgt, daß er durch diese Auswanderung und ihre Wirkung auf die Menschen viele Verbündete verlieren könnte. Er mußte verhindern, daß diese Auswanderung ein Erfolg wurde. Zainab kannte diese Einstellung von Yazid und wußte, daß er alles unternehmen würde, diese Auswanderung zu verhindern. Sie beschloß, ihren Bruder zu begleiten. Mit Zustimmung ihres Mannes verabschiedete sie sich von ihm und von ihren Kindern. Als Hussein und seine Begleiter die Stadt Kufa erreichten, bekam der Herrscher von Kufa, Ibn Ziad, der Vertreter von Yazid, den Befehl, Hussein und seine Begleiter nicht in die Stadt hineinzulassen. Hussein machte vor Kufa halt. Zainab spürte, daß ihnen eine sehr schwierige Zeit bevorstand. Sie war besorgt um ihren Bruder, seine Familie und diejenigen, die ihn begleiteten. Hussein versuchte, durch seine Ansprachen die Menschen in Kufa an ihre Versprechungen und ihre Einladung zu erinnern. Sie waren aber machtlos und hatten zu viel Angst, um etwas unternehmen zu können. Um Hussein zur Umkehr zu zwingen, verhinderten die Befehlshaber von Kufa ihn und seine Begleiter an dem Zugang zu den Wasserquellen. Dies war in der Hitze der Wüste brutalste und effektivste Taktik, die Niederlage des Feindes zu erzwingen. Hussein rief seinen Begleiter auf und sprach zu ihnen: „Uns stehen schwierige Tage bevor , dennoch werde ich ausharren. Es ist die Zeit, in der die Menschen auf die Mißstände in der islamischen Gesellschaft aufmerksam gemacht werden müssen, und dafür bin ich hier. Diejenigen von euch, die nicht dabei sein wollen, sollen zurückkehren. Ihr braucht euch nicht zu schämen und es ist kein Vergehen, wenn ihr zurückkehrt. Wir werden bestimmt keine Chance haben, gegen sie zu kämpfen, aber ich bleibe standhaft, da ich eine Aufgabe zu erfüllen habe.“ In der Dunkelheit der Nacht kehrten einige Begleiter zurück. Zainab war davon überzeugt, daß ihr eigener Einsatz in dieser Situation notwendig sei. Sie blieb bei ihrem Bruder und versorgte zuerst die geschwächten Kinder , die sehr unter Wassermangel litten. Dem Herrscher von Kufa und Yazid machte das Ausharren dieser kleinen standhaften Gruppe Sorgen. Sie mußten schnell handeln, bevor diese Art öffentlichen Protestes Früchte trägt. Am neunten Muharram (erster Monat im islamischen Kalender) im Jahr 60 nach Hidjra schickte Ibn Ziad ein Heer zum Lager von Hussein. Es war ein hinterhältiger und ungleicher Kampf: ein Heer von Kämpfern mit kompletter Ausrüstung griff eine kleine Gruppe geschwächter Menschen mit vielen Frauen und Kindern an, die auf eine Reise und nicht auf Kampf eingerichtet waren. Das Ergebnis war, wie erwartet, daß Hussein und viele Männer und Kinder gefallen waren und alle anderen gefangen genommen wurden. Zainab wußte trotz ihre unendlichen Trauer, daß schwierige Aufgaben auf sie warteten. Eine Frau, die ihre männlichen Begleiter verloren hatte, und die Gefangene eines mächtigen und brutalen Herrschers war, hatte zu der damaligen Zeit eine besonders schwierige Situation. Doch gerade wegen dieser ausweglosen Situation und aus ihrer Trauer heraus und mit ihrer innigen Ergebenheit zu Allah fühlte sie sich stark genug, auf Allahs Weg Not und Pein auf sich zu nehmen und für die Aufdeckung dieses Verbrechens durch Yazid an der Familie des Propheten zu sorgen. Yazid veranlaßte ein Fest und lud viele Herrscher und Befehlshaber aus den umliegenden Gebieten ein, um seinen Sieg zu feiern. Die Gefangenen sollten vorgeführt werden, um zu zeigen, wie er mit seinen Feinden umging. Das Fest erreichte seinen Höhepunkt, alle waren vergnügt, und Yazid erzählte von seinem Sieg. Schließlich wurden die Gefangenen eingelassen. Mit den anderen Gefangenen betrat auch Zainab den Raum. Als sie vor Yazid stand, konnte sie ihre Trauer und Wut nicht verbergen; dennoch hielt sie inne und bat ihn ruhig um eine kurze Ansprache. Yazid, der große Herrscher, konnte diese Bitte nicht abschlagen, besonders nicht vor so vielen Anwesenden, denen er demonstrieren wollte, daß er ein gerechter Herrscher war. Er war sicher, daß eine gefangene Frau ihm nicht mit ihren Worten schaden konnte. Zeinab’s Ansprache unter diesen Umständen ist in der islamischen Geschichte Ausdruck und Beispiel an Gottesehrfurcht, Persönlichkeit und Fähigkeit einer gläubigen Frau, in einer schwierigen Phase zur Aufdeckung und Verbreitung der Wahrheit beitragen zu können. Ihre Kritik an Yazid, obwohl sie seine Gefangene war, zeigt ihre Gottgläubigkeit, ihr starkes Vertrauen an Allah und ihren Mut. Die Geschehnisse in der Gesellschaft waren ihr nicht gleichgültig und sie wußte, daß jeder Mensch in dieser Welt die Verantwortung hat, sich für Gerechtigkeit einzusetzen. Hier einige Teile von Zeinab’s Ansprache, die einige Herrscher und Befehlshaber von Yazid nachdenklich machte: „Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen! Alles Lob gebührt Allah, Dem Herrn der Welten und Friede sei mit seinem Propheten (s.a.s). Allah spricht im Qur’an:
„Böses war dann das Ende derer, die Böses taten, weil sie die Zeichen Allahs leugneten und sich darüber lustig machten.“ Sure 30:10 O Yazid! Du hast uns eingeschlossen und uns alle Wege abgeschnitten. Du hast uns mit Frauen und Kindern ohne Wasser in der Hitze der Wüste verdursten lassen. Du glaubst, daß du dadurch eine hohe Stellung bei Allah hast? Du fühlst dich als Sieger und freust dich darüber? Bleib am Boden und sei ruhig! Hast du vergessen, was Allah im Qur’an spricht?: „Jene, die ungläubig sind, sollen ja nicht meinen, daß Wir ihnen Aufschub gewähren, sei gut für sie selbst. Wahrlich, Wir gewähren ihnen nur Aufschub, damit sie an Sündhaftigkeit zunehmen und ihnen wird erniedrigende Strafe zuteil.“ (Sure 3:178)
O Yazid! Du hast die Familie des Propheten umgebracht und die Frauen von seiner Familie gefangengenommen und vor anderen zur Schau gestellt. Du hast ihnen keinen Respekt erwiesen, obwohl sie keinen Mann als Begleiter haben. Du bist stolz und glaubst einen großen Sieg erreicht zu haben.“ Hier wandte Zainab sich an Allah und sprach zu Ihm: “ O Allah! Du bist der Gerechte und Du siehst, wie sie ungerecht Blut vergießen. Richte Du Selbst über sie o Allah!“ Dann sprach Zainab wieder Yazid an: „Bei Allah, du hast uns nicht besiegt. Durch diese Tat hast du in dein eigenes Fleisch geschnitten. Diejenigen, die dich jetzt umkreisen, werden wissen, was für ein Herrscher und Mensch du bist. Sie werden wissen, wie du der islamischen Umma geschadet hast. Wenn wir heute als Gefangene vor dir stehen und verurteilt werden, am Tage des Gerichts werden wir dich bei Allah anklagen. Alles Lob gebührt Allah, Dem Herrn der Welten. Ich bitte um Seine Barmherzigkeit für diejenigen, die als Zeugen gestorben sind und bitte um Seine Hilfe, daß wir auf ihrem Weg weitergehen. Er ist Der Verzeihende und Der einzige Beschützer. Zainab`s Ansprache brachte die Anwesenden zum Nachdenken, es herrschte lange Stille im Raum. Zainab’s Vertrauen an Allah und ihr Mut waren die fruchtbare Fortsetzung der Ereignisse am 9. und 10. Muharram (Tasua und Aschura) im Jahre 60 n.H. Sie zeigte, wie die Menschen auf Allah’s Weg Ihm vertrauen sollten, und keine irdische Macht kann sich über Allah erheben. Das Verhalten Zainab`s, der Enkelin des Propheten (s.a.s) , ist ein Aufruf an die islamische Umma, in jeder noch so schwierigen Situation Allah zu gedenken, nämlich in Wort und Tat. Es ist die Pflicht aller Muslime, sich für den Weg Allah`s mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten einzusetzen. Dies gilt sowohl für muslimische Frauen als auch muslimische Männer.
„Diejenigen, zu denen die Leute sagten: „Wahrlich, die Leute haben sich gegen euch zusammengeschart, so fürchtet sie, „sie wurden nur noch in ihrem Glauben bestärkt. Und sie sagten: „Gott ist uns genug, und was für ein Sachwalter voll Gnadenfülle ist Er!“( Sure 3:173)

Die wichtigen Aufgaben der Überlebenden von Kerbala

Die wichtigen Aufgaben der Überlebenden von Kerbala

Der 11. Muharram ist der wichtigen Tage der islamischen Geschichte. Man dachte, dass das Ereignis von Karbala im Muharram des 61. Jahres der Hidschra am Tag von Aschura das Ende sei. Denn an diesem Tag wurde Imam Hussein (as) mit seinen 72 Getreuen getötet. Von den Männern blieb nur Hasrate Zain-ul-`Abedin (as) übrig. Und das auch nur, weil er krank-heitsbedingt nicht imstande war, aufzustehen, geschweige denn an den Kampf-handlungen teilzunehmen.Jazids Handlanger enthaupteten die Märtyrer und ließen ihre reinen Kör-per auf dem Boden liegen. Sie zündeten die Zelte Imam Husseins (as) und seiner Familienmitglieder an. Ihr Gelächter ertönte in der Wüste. Sie betrachteten sich als Sieger und dachten, alles sei zu ihren Gunsten ausgegangen. Daher haben sie mit großer Freude die trauernden und tief betrübten Familienangehörigen gefan-gen genommen und sie samt den Häuptern der Märtyrer von Karbala nach Kufa gebracht, damit sie von Ubeidullah belohnt würden.Aber in Wirklichkeit fand ab dem 11. Muharram der Aufstand Imam Husseins (as) durch das Überleben seiner Familienmitglieder einen neuen Hö-hepunkt und zwar durch die Enthüllung des wahren Gesichts von Jazid und sei-ner Handlanger. Ihr unheilvolles, teuflisches Ziel war die Vertilgung des Islams und die Rückkehr zum vorislamischen Heidentum.Als der Imam sich entschloss, seine Familienmitglieder nach Kufa mitzu-nehmen, versuchten manche angesehene Leute, ihn davon abzuhalten. Als Ant-wort sagte ihnen der Imam: „Mein Großvater, der Prophet Gottes, der mir den Aufstand befahl, obwohl es zu meinem Märtyrertum führen wird, ordnete an, auch meine Familie mitzunehmen, obwohl sie in Gefangenschaft geraten wer-den.“Und so wurde die Gefangennahme der Familie Imam Husseins zur zwei-ten Phase des ewigen Aufstandes Imam Husseins (as). Ich habe in meiner vori-gen Ansprache darauf verwiesen, dass manche Menschen in der Zeit Imam Husseins (as), wie z. B. die Einwohner von Scham, den Islam nicht genau kannten. Manche von ihnen wurden trotz ihres Wissens durch die Liebe zu den vergänglichen Dingen und ihre Habsucht irregeführt. Sie entbehrten des religiö-sen, ja sogar des menschlichen Gewissens.Unter solchen Bedingungen waren die großen Ziele des Aufstands Imam Husseins (as), wie die Aufklärung der Unwissenden, die Wachrüttelung der be-nebelten Gewissen und die Führung der Menschen auf den geraden Weg, nur durch das Schahada (Märtyrertum) Imam Husseins und seiner Getreuen möglich war.Denn die verbrecherische Bande Jazids hätte ihn sonst als Schuldigen und Abenteurer denunziert. Schon vorher hatte der Richter Schureih (Gottes Fluch sei auf ihm!) das Todesurteil über den Imam ausgesprochen. Jazid hätte sich an-schließend sogar reinwaschen und als dem Hause des Propheten ergeben zeigen können. Ohne die Gefangennahme 
der Familie des Imams, die damit verbunde-ne weitere Verkündigung des Schahada der Märtyrer und die Erläuterung der Ziele des Aufstands und der ungerechten Unterdrückung des Imams und seiner Getreuen, wäre die blutige heilige Erhebung Imam Husseins (as) wie Wasser im Sand verlaufen.Gerade die Aufgabe seiner Hinterbliebenen war um vieles schwerer als das Kampfgeschehen selbst. Denn sie trugen das schwere Leid und die Trauer über den heldenhaften, aber grauenvollen Tod der Märtyrer und hatten zu dem furchtbaren Leid diese schwere Aufgabe nach all der Drangsal auf sich zu neh-men.Auf die Frage an Imam Sadschad (as), was nach Aschura am schwierig-sten gewesen sei, sagte der Imam: „Scham war bei weitem schwieriger.“ Das bedeutet, dass die Gefangenschaft viel schmerzhafter als der Aufstand und das Märtyrertum auf dem Schlachtfeld war.Wir dürfen nicht vergessen, dass die Töchter von Imam `Ali (as) Zeynab (sa) und Umm-ul-Kulsum vor ihrer Gefangenschaft zwanzig Jahre in Kufa ihr Leben in allen Ehren und von den Bewohnern respektiert verbrachten. Aber Ubeidullah brachte die Familie Imam `Alis (as) gefesselt in diese Stadt und in seinen Palast, während die Köpfe der heiligen Märtyrer auf den Lanzen hin- und herschwankten. Ubeidullah, der die Frauen und Töchter Imam Husseins (as) nicht ermorden konnte, wollte sie auf eine Art erniedrigen, dass ihr Leben tödli-cher als ihr Tod würde.Es kam aber anders. Denn Imam Sadschad (as) und Hasrate Zeynab (sa) haben mit ihren Reden die Bewohner Kufas auf ihre schändliche Tat hingewie-sen, sodass sie ihre Untaten bereuten. Der Vers des heiligen Qurans (Sura Fur-qan, Aya 27) beschreibt den Zustand solcher Frevler: „Am Tage, da der Frevler sich in die Hände beißen wird, spricht er: ‚Oh wäre ich doch den Weg mit dem Gesandten gegangen.'“Die Stadt Kufa war nach nicht allzu langer Zeit die Stätte des Aufstands der „Umkehrenden und Bereuenden“. Viele Bewohner Kufas begannen Blutra-che zu nehmen, und so blieben die Omajjaden erfolglos, und haben ihr unheil-volles Ziel nicht erreicht. Die aufsehenerregende Rede von Hasrate Zeynab vor den Zuschauern, die sich um die Karawane der Gefangenen und der abgeschnit-tenen Köpfe versammelt hatten, erweckte Erinnerungen an die Reden Imam `Alis (as). Man dachte, es sei Imam `Ali (as), der so feurig und weise redete.Hasrate Zeynab sagte: „Oh ihr Bewohner von Kufa, ihr hinterlistigen Ver-räter. Eure Augen sollen immer voller Tränen bleiben, eure Brust soll immer voller Seufzer sein. Ihr gleicht einem alten Weib, das ihren ganzen Garn zerriss, den sie gesponnen hatte. Euer Versprechen ist bedeutungslos und euer Schwur ist ohne Wert. Was habt ihr außer Angeberei und Eigenlob? Ihr seid wie jene Sklaven, die nach außen hin nur schmeicheln können, aber im Geheimen mit den Feinden kollaborieren. Ihr gleicht einer frischen Pflanze, die auf dem Mist-haufen gewachsen ist…..Welch schlechten Vorrat habt ihr euch für das Jenseits gesammelt! Nichts außer den Zorn Gottes und die Qual der Hölle. Und ihr weint?! Ja, weint nur, denn bei Gott, euch gebühren nur Tränen. Angesichts solcher Schandtaten blei-ben euch nur Tränen. Welchen Schaden habt ihr euren Seelen zugefügt, die mit keinem Wasser zu reinigen sind. Welche Schmach ist ärger als die Ermordung des Enkels des Propheten und des Herrn der Jünglinge im Paradies, eines Man-nes, der für euch das Licht auf eurem Weg und der Helfer in eurer Not war.Tod über euch. Ihr sollt vor Schande die Köpfe hängen lassen. Mit einem Mal habt ihr eure früheren Verdienste verspielt und für die Zukunft habt ihr nichts mehr in der Hand. Ihr werdet ab nun nur in Niedertracht und Verlegenheit leben, weil ihr euch den Zorn Gottes zugezogen habt. Euer Verbrechen ist so gewaltig, dass sich die Erde beinahe spalten und die Berge fast zerfallen würden.Wisst ihr, welches Blut ihr vergossen habt? Wisst ihr, wer diese Frauen sind und welche Mädchen ihr unverhüllt in aller Öffentlichkeit zur Schau ge-stellt habt? Wisst ihr, dass ihr das Herz des Propheten blutig verletzt habt? Was für eine hässliche, schändliche und törichte Tat! Eine Tat, deren Schändlichkeit die ganze Welt erfüllt. Wundert ihr euch, dass der Himmel Blut regnet?Ihr sollt aber dessen gewiss sein, dass die Verachtung und Erniedrigung im Jenseits noch ärger ist. Ihr sollt euch nicht täuschen, wenn Gott euch nicht sofort bestraft dafür, was ihr verbrochen habt. Gott bestraft nicht sofort, aber die Bluttat an den Schuldlosen lässt er nicht unbestraft. Gott wird alle Rechnungen begleichen.“Diese ergreifende, hohe Rede, die einem betrübten Herzen entsprang und von einem tiefen Glauben an Gott erfüllt war, löste große Entrüstung und Trauer unter den Zuhörern aus. Die Karawane der Gefangenen wurde in den Palast von Ibn-Ziad geführt. Er hatte zu einer feierlichen Versammlung aufgerufen, um sei-ne Macht zu demonstrieren. Ibn-Ziad bildete sich ein, besonders erfolgreich ge-wesen zu sein. Denn Imam Hussein (as) und seine Getreuen waren bereits tot, seine Frauen und Töchter hatte er gefesselt vor sich, alles schien bereits zu En-de. Er fühlte sich als Sieger und den Propheten betrachtete er als Besiegten. Er sagte zu den Gefangenen: „Lob sei Gott, der euch bloßstellte und eure Lüge ent-hüllte.“Für einen Tyrann, der keinen Rückhalt außer Willkür hat, ist nichts schmerzhafter und zerstörerischer als ihn durch die Herabwürdigung seiner Macht zu verhöhnen. Es kam zu einem neuen Höhepunkt der Bewegung Imam Husseins (as) und zwar wieder durch die treue Überbringerin seiner ewigen Bot-schaft Zainab (sa).Nun begann sie zu reden. Sie sprach derart tapfer und standhaft, als ob nichts geschehen wäre, als ob niemand aus ihrer Familie getötet oder gefangen genommen worden wäre.Sie sagte: „Gepriesen sei Allah, der uns im Namen des Propheten Mu-hammad Wohlwollen entgegenbrachte. Lügen werden nur Frevler und Ehrlose, blamiert und geschändet wird nur der Frevler. Wir sind aber nicht so wie ihr es seid.“Der Sohn Ziads hob noch einmal das Haupt, das er hängen lassen wollte, er stand mehr aufrecht und versuchte noch einmal sie zu attackieren: „Hast du erlebt, was Gott mit deinem Bruder machte?“ fragte er sie mit seiner verbreche-rischen, unverschämten Miene.Die Antwort Zainabs war noch härter für ihn: „Ich sah nichts außer Schönheit und der Gnade Gottes. Mein Bruder und seine treuen Nachfolger be-gingen den Weg, den Gott wollte. Sie haben den ehrenhaften Tod voller Tugen-den, das Schahada, gewählt und sich den Segen Gottes angeeignet.Aber Du, Sohn Ziads! Mache Dich bereit für die Strafe, die du wahrlich verdienst.“ Der Sohn Ziads lies den Kopf gebrochen und niedergedrückt in tiefer Frustration hängen. Zainab verursachte mit ihrer Rede Aufruhr in der Stadt und Ubaidullah wurde zutiefst erniedrigt.Der einfältige Feind dachte sich, im Palast von Jazid in Damaskus würde der Widerstand der Gefangenen gebrochen und so schickte man die Karawane nach Damaskus. Aber Zainab (sa) sprach sowohl in Damaskus, in Jazids Palast und der Omajjaden-Hauptmoschee. Das Volk wurde erst durch diese Reden über die Wahrheit über Jazid und seine Mittäter informiert, dass er ein Trinker, Spie-ler, Unterdrücker und blutrünstiger Tyrann war und nicht kompetent der Nach-folger des Propheten zu sein.Das normale Volk war nämlich unter dem starken Einfluss der Propagan-da und Irreführungen von Jazid und andererseits durch die Unkenntnis über den Quran und die echte Tradition des Propheten davon überzeugt, dass Hussein (as) ein ungerechter Aufrührer und Unheilstifter wäre.Die Menschen waren aber durch die Reden von Zainab (sa) so traurig be-eindruckt, dass Jazid, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen, zur Ent-schuldigung und um sich reinzuwaschen, die Gefangenenkarawane zwangsweise nach Medina schickte.Durch diesen langen Prozess der schmerzlichen Zwangswanderungen der engsten Familienmitglieder Imam Husseins wurde die zweite Etappe des Aschuraaufstandes vollendet, d. h. das Überbringen der Botschaft des Schahada an das irregeführte Volk. Nur so konnte dieser Aufstand die Farbe der Ewigkeit und ewige Gültigkeit erhalten.Der Friede sei mit Dir, oh Hussein ibn `Ali, Du Herr der Freimütigen in der Welt, Du Herr und Führer der Märtyrer.Der Friede Gottes sei mit den in ihrem Blut ertränkten treuen Freunden Husseins (as) und Märtyrern Karbalas.Und der Friede Gottes sei mit dem von Schmerz gezeichneten Haus Abi Abdullahs, den Botschaftern des Sieges der Gerechtigkeit über die Ungerechtig-keit und des Blutes über das Schwert; die Botschafter die die Verkünder des entgültigen Sieges des Wahren über das Unwahre sind.Oh Gott, Du Allmächtiger, schenke uns das gute und rettende Wort der Fürsprache von Hussein (as) am Tage des Ablegens der Rechenschaft!Wa-s-salamu `alaikum wa rahmat-u-llah!

Warum wurde Imam Hossein (a.s.) trotz seiner Nähe zum Propheten getötet

Warum wurde Imam Hossein (a.s.) trotz seiner Nähe zum Propheten getötet
 Bezüglich dieses beispiellosen Aufstands wollen wir uns erst einmal fragen, wie es dazu kam, dass man 50 Jahre nach dem Ableben des Propheten seinen Enkel tötete. Die Angehörigen der Mörderbande waren ja alle äußerlich Muslime.War denn Imam Hussein ihnen unbekannt? Oder hatte der Prophet über ihn nichts gesagt? Warum bevorzugten diese Leute Jazid ibn Muawia vor dem Enkel des Propheten? Wie war es möglich, dass man im Jahre 61 nach der Hidschra Hussein, seine durstenden Kinder und Getreuen neben dem Fluss Furat (Eufrat) tötete und seine Familie gefangen nahm?Die Mörder waren nicht nur nicht „Abtrünnige“, sondern sie waren auch noch stolz auf „ihren Islam“. Sie beteten und rezitierten bei Tag und Nacht den Quran. Sie liebten sogar im Geheimen den Enkel des Propheten, denn sie hatten ihn bewundert, als er Schulter an Schulter neben seinem Vater bei verschiedenen Gefechten kämpfte.Sie konnten sich auch noch an das Wort des Propheten erinnern, der sagte: „Hassan und Hussein sind die Herren der Edelmütigen im Paradies“ und „Hussein ist von mir und ich bin von Hussein“ (Hussein ist so wie ich und ich bin so wie er.)Sie wussten außerdem, dass Jazid ein Trinker, Tyrann und Ketzer war, der vor nichts zurückschrecken würde, um die Herrschaft zu übernehmen. Deswegen schickten sie auch so viele Einladungen an Imam Hussein (as) und beharrten auf seinem Kommen. Daher sandte der Imam seinen Vetter Muslim bin Aqil als seinen Vertreter nach Kufa. Die Einwohner von Kufa nahmen ihn anfänglich herzlichst auf und leisteten ihm einen Treueeid, aber der Zustand änderte sich plötzlich dramatisch. Muslim bin Aqil wurde bei einer Auseinandersetzung festgenommen und getötet. Sein Gastgeber(Hani ibn Urwa) wurde ebenfalls ums Leben gebracht.Während dessen befand sich Imam Hussein(as) auf dem Weg nach Kufa. Der Imam und seine Gefolgsleute wurden schließlich am 2. Muharram des Jahres 61 nach der Hidschra von der 2000 Mann starken Truppe von Hurr ibn Riahi umzingelt und sie hielten sich in einem Gebiet namens Karbala auf.Bei einer Ansprache an diesem Tag sagte er: „Euch ist die (jetzige) Situation klar: Es kam zu einer Umwälzung, die Gemeinheit und Niedertracht haben Fuß gefasst, und die Tugenden sind fast zur Gänze verloren gegangen. Die Menschen leben ein unterwürfiges, unglückliches Leben.Das Rechte wird vernachlässigt und das Unrechte wird befolgt. Unter solchen schändlichen Umständen ist jeder ehrenhafte Gläubige verpflichtet, selbstlos und opferbereit zu sein, sodass er seinem Gott ehrenvoll begegnet. Ich erachte den Tod unter solch demütigenden Umständen nur als wahre Glückseligkeit und die Koexistenz mit dem Unterdrücker nur als Qual und Schande.Die Menschen sind zu den Sklaven der irdischen Anliegen geworden, die Religion wurde nur zu einem Lippenbekenntnis. Sie verteidigen ihre Überzeugung solange ihre Bequemlichkeit nicht in Gefahr gerät, und wenn sie auf die Probe gestellt werden, wird die Anzahl der Gläubigen sehr wenig.“Der Herr der Märtyrer beschreibt in seiner Ansprache sowohl die damaligen Bedingungen als auch den Grad des Glaubens in der Gesellschaft und weist außerdem auf die Pflicht der Gläubigen unter den gegebenen Umständen hin.Er verkündet, dass unter solchen Umständen der Aufstand gegen die Unterdrückung eine Glaubenspflicht ist und dass der „rote Tod“ weitaus besser ist, als ein beschämendes Leben in der Unterdrückung. Gerade das war die Motivation seines Aufstandes. Er wusste nur zu gut, dass der Geist des Glaubens in den Menschen gelähmt war, dass sie wach gerüttelt und die Unwissenden aufgeklärt werden müssen, um die Irrenden auf den geraden Weg zu führen.Die damalige Gesellschaft bestand aus zwei Schichten: Die Obrigkeit und das gewöhnliche Volk der Sippen und Stämme, die die Mehrheit darstellten, und der Obrigkeit folgten. Die Oberschicht, also die Stammes- und Sippenführer und andere Wohlhabende in der Gesellschaft wussten über die Realitäten Bescheid.Sie kannten den Islam und den Imam sehr gut, aber auch über Jazid und seine Anhänger waren sie genau im Bilde. Auch die Mehrheit der Leute war nicht über die Wahrheit desinformiert, sondern sie standen als willenlose Marionetten der Obrigkeit zur Verfügung. Jazid nützte die Glaubensschwäche oder Gottlosigkeit der Obrigkeit aus und machte sie mit Versprechungen zu seinem Anhänger.Imam `Ali sagte immer: „Ich mache mir um euch wegen zwei Sachen Sorgen: Wegen Eurer triebhaften Seele und euren Begierden.“ Die Oberschicht der damaligen Gesellschaft litt an beiden genannten unheilvollen Lastern. Sie waren selbstsüchtig und habgierig. Solche Menschen, die nur ihren Begierden nachgehen, verkaufen „ihren“ Gott ihre Religion, ihren Propheten und ihre Imame leicht für ihre vergänglichen Wünsche.Und so kam es dazu, dass Ubaidullah die Stadt Kufa beherrschen konnte. Er machte den „Angesehenen“ und den Stammesführern wertvolle Geschenke und andererseits bedrohte er sie mit Kerker, Folter, Tod und Beschlagnahme ihre Eigentums. Daher verließen sie Muslim bin Aqil und ergaben sich Ubaidullah. Die Mehrheit war der Obrigkeit willenlos ausgeliefert, wie der Herr der Gläubigen sagte: „Wie blinde, schwache Mücken, die den Windstößen ausgesetzt sind.“Sie machten sich mit ihren Führern auf den Weg nach Karbala, kämpften mit dem Enkel des Propheten und töteten ihn und seine 72 Getreuen. Sie nahmen die Familie von Imam Hussein(as) gefangen und so schrieben sie die schändlichsten Seiten der Geschichte mit solch ungeheuren Verbrechen.Aber der blutige Aufstand des Imams wurde nicht besiegt! Denn durch diesen heldenmütigen Aufstand erwachte das betäubte Gewissen der damaligen Gesellschaft und die Werte, Tugenden, der Glauben und die Aufrichtigkeit, die durch die selbstlose Aufopferung jener Männer Gottes praktiziert wurden, waren für die Allgemeinheit sichtbar.Andererseits kam die hässliche Fratze der Umajaden, die hinter dem Schleier der Heuchelei und Hinterlistigkeit von Muawia verdeckt war, zutage. Dadurch konnte das unheilvolle Ziel der Umajaden, das nichts anderes als die Vernichtung des Islams war, nicht verwirklicht werden.Mit der Botschaft und der Bewegung der Familienangehörigen und Nachfolger von Imam Hussein(as) nach Aschura und nach den Greueltaten Jazids, wurde der Wunsch und das Ziel des Imams allen Menschen in Kufa, Scham und Medina bekannt. Als Frucht dieser göttlichen Bewegung kam es zu weiteren Aufständen nach Aschura, was letztlich zur Revitalisierung der Religion Gottes führte. So blieb der Aufruf „Aschhadu al-la ilaha illa-llah wa aschhadu an-na Muhammada-rrasulu-llah“ auf der ganzen Welt ewig.Der Friede Gottes sei mit Dir Du Imam Hussein(as), der Du mit der Aufopferung Deines Lebens und dessen Deiner Getreuen die Menschen von ihrer Unwissenheit, ihrem Wahn und ihrer Verwirrung befreitest!Der Friede Gottes sei mit Dir, der Du den Islam als Deinen Blutzoll und dessen Deiner Kinder, Verwandten und Getreuen fruchtbringend, dauerhaft und allgegenwärtig machtest!Wa-s-salamu `alaikum wa rahmat-u-llah!

Was gescheh zu Aschura

Als Imam Hussein (a.s) geboren wurde, erschien der Engel Gabriel vor dem Propheten (s.a.s) grüßte ehrenbietig und sagte:„O du, der von ALLAH (s.t) so sehr geliebt wird, der Allmächtige sendet dir Seinen Segen und die Fülle seiner Gnade und will, daß du Ali( a.s) und Fatima (a.s) zur Geburt des Kindes beglückwünscht, das Hussein heißen soll, denn unter diesem Namen ist er in den Himmeln bekannt.“Der Engel fuhr fort:„O Prophet ALLAHS, ich bin tief betrübt wegen dieses neugeborenen Sohnes von Fatima (a.s), der unsägliche Schwierigkeiten, Nöte, Wunden und Schmerzen erleiden wird. Er wird schließlich mit all seinen treuen Anhängern den Märtyrertod erleiden in einer Wüste namens Kerbala, an den Ufern des Euphrats im Irak, es wird eine Krise geben, und der Bestand dieser offenbarten Religion für die Menschheit wird vom Opfer Husseins (a.s), deines Enkelsohnes, abhängen.“Imam Hussein (a.s) ,Sayid asch-Schuhada (Herr der Märtyrer) führte sein Imamat zehn Jahre, welches bis etwa auf die letzten sechs Monate in das Kalifat Mu´awiya fiel. Er lebte unter schlimmsten Verhältnissen: er wurde extrem unterdrückt, denn Mu´awiya wollte das Kalifat für seinen Sohn Yazid festigen. Religiöse Regeln und Gesetze hatten ihre Gültigkeit verloren und der Wille der Regierung war an die Stelle des Willens Gottes und des Propheten (s.a.s) getreten. Mu´awiya und seine Handlanger machten von jeder Möglichkeit Gebrauch, sowohl das Haus des Propheten (s.a.s) als auch seine Schiiten zu erniedrigen und zu vernichten sowie Alis Name und dessen Familie auszulöschen.Imam Hussein (a.s) erduldetet jegliche Art von seelischer Qual durch Mu´awiya bis dieser starb und sein Sohn Yazid an seine Stelle kam, der mit seiner Ungerechtigkeit und Tyrannei die Menschen in Angst und Schrecken versetzte. Nach außen hin zeigte er sich islamisch und ließ z.B. Moscheen erbauen und war geschickt genug die Menschen zu täuschen, obwohl er nur Schlechtes tat. Er hatte z.b. einen Affen, den er Kleider aus Gold tragen ließ, während viele Menschen in großer Armut lebten.Eines Tages jedoch machten sich einige Leute aus Medina, die auch die Schlechtigkeit und Ungerechtigkeit des Tyrannen Yazid nicht erkannt hatten ,auf den Weg nach Damaskus wo Yazid seinen Hof hatte. Mit ihren eigenen Augen haben sie gesehen, das der Kalif, der sie im Namen des Islam regierte, ein Spieler , Trinker und verkommener Mensch war. Entsetzt kamen sie nach Medina zurück und berichteten von dem, was sie gesehen und erlebt hatten. Die Leute erhoben sich und riefen: Nieder mit Yazid und seinem unmoralischen Verhalten! Die Menschen wurden immer mehr. In den Moscheen und auf den Straßen wurde verkündet, dass Yazid es nicht wert sei, der Führer der Muslime zu sein. Sie sprachen daraufhin Abdullah Hanzale ihr Vertrauen aus.Yazid hörte natürlich davon und er befahl seinen Soldaten den Aufstand niederzuschlagen. Das Heer zog in Richtung Medina siegte aber über die Leute aus Medina, die ihren Glauben und ihre Moral verteidigten. Die tapferen Muslime kehrten nach Medina zurück und sammelten sich in der Moschee des Propheten. Bisher hatte es niemand gewagt, diejenigen zu verfolgen, die in der Moschee Schutz gesucht hatten. Aber die Soldaten Yazids töteten auch in der Moschee.Der Treueeid der Untertanen (bay´a) war eine arabische Sitte, die bei wichtigen Angelegenheiten angewandt wurde und bei dem die Untertanen z.B. dem Sultan ihr Einverständnis und Gehorsam schworen. Mu´awiya hatte den bekannten Persönlichkeiten im Volk den Treueeid für Yazid abgenommen, griff jedoch den Zustand von Imam Hussein (a.s) nicht an und vermachte Yazid, falls sich Imam Hussein (a.s ) seinem Treeueid widersetzen sollte, ihn nicht zu verfolgen. Doch Yazid gab unmittelbar nach dem Tod seinen Vaters dem Statthalter von Medina den Befehl, Imam Hussein (a.s) den Treueeid abzunehmen und falls dieser sich weigere, seinen Kopf nach Damaskus zu schicken.Nachdem der Statthalter von Medina Imam Hussein (a.s) die Forderung Yazids überrreichte, bat der Imam um Bedenkzeit und brach über Nacht mit seinen Angehörigen nach Mekka auf, wo er im Haram Gottes, das im Islam eine offizielle Sicherheitsstätte ist, Asyl suchte.Bevor der Medina verließ ging er zum Grab des Propheten (s.a.s) und betete:„,ich bitte Dich O erhabener Gott um Kraft und ich schwöre beim Grab des Propheten so zu handeln wie es Dir und Deinem Propheten gefällt.“Imam Hussein (a.s. ) verbrachte vier Monate in Mekka. Diese Nachricht verbreitete sich in vielen Gebieten der islamischen Länder. Einige Leute, die von Mu´awiya und Yazid unzufrieden waren, pflegten eine freundliche Beziehung zum Imam (a.s). Die Leute von Kufa waren der Unterdrückung und Gewaltherrschaft Yazids überdrüssig. Sie forderten den Imam (a.s ) auf in den Irak zu kommen, die Führung zu übernehmen und sich von Ungerechtigkeit und Tyrannei zu erheben. Imam Hussein (a.s) entsandte seinen Gefährten Muslim ibn Aqil nach Kufa. Der Imam selbst wollte ihm nachfolgen, sobald Muslim ihm in einem Schreiben mitteilte, dass die Leute in Kufa dem Imam den Treueeid geleistet hatten. Als Muslim in Kufa ankam, sammelten sich die Einwohner der Stadt sogleich um ihn. Sie alle erhoben die Hand, um ihre Treue und Unterstützung für Imam Hussein (a.s) zu zeigen. Daraufhin bat Muslim den Imam in seinem Breif sich so schnell wie möglich auf den Weg zu machen, um den Menschen dort in ihrem Kampf gegen Yazid beizustehen und sie zu führen.Aber nur wenige Tage später hielten die Bewohner von Kufa ihr Versprechen nicht mehr und verfolgten Muslim. Schließlich nahmen sie ihn gefangen und töteten ihn. Als der Imam vom Tod seines Gefährten erfuhr, entschloß er sich seinen Weg unbeirrt fortzusetzen und seinen Kampf gegen die Ungerechtigkeit Yazid weiterzuführen. Dies war für Yazid äußerst gefährlich und er ergriff sofort Maßnahmen. Der Imam (a.s) war immer noch in Mekka, als die Zeit der Pilgerfahrt anbrach. Imam Hussein (a.s) erfuhr, dass eine Gruppe von Yazid Leuten in Mekka eingetroffen war, die den Auftrag hatte den Imam zu ermorden.Imam Hussein (a.s) kürzte seine religiösen Handlungen und entschloß sich aufzubrechen. In einer kurzen Rede gab er seinen Aufbruch Richtung Irak bekannt. In dieser Rede wies er auf seinen Märtyrertod hin und bat die Muslime ihm beizustehen und ihr Blut für Gott zu opfern. Er verglich den Tod auf dem Wege Gottes mit der Schönheit einer Halskette, die ein junges Mädchen am Hals trägt. Am Ende seiner Rede sagte er:“jeder, der bereit ist sein Blut auf dem Wege Gottes zu vergießen und sich auf den Märtyrertod und auf die Begegnung mit Gott vorbereitet hat ,der komme mit uns“Am nächsten Tag machte er sich mit seinen Angehörigen und einer Gruppe von Getreuen auf den Weg in den Iraq. Eine Gruppe stellte sich ihm in guter Absicht in den Weg und warnte ihn vor der Gefahr eines solchen Aufbruchs, schlug ihm sogar vor den Treuueeid für Yazid abzulegen. Aber der Imam sagte:„Ich leiste den Treueid nicht und werde eine Herrschaft der Gewalt und Ungerechtigkeit nicht unterschreiben. Ich weiß, dass sie mich überall, wo ich hingehe, und dass sie mich überall, wo ich bin, umbringen werden. Ich verlasse Mekka aus Rücksicht auf die Würde des Gotteshauses, damit es durch das Vergießen meines Blutes nicht entehrt werde.“Imam Hussein (a.s) war auf den Weg nach Kufa. Unterwegs erhielt er die Nachricht, dass einige seiner Anhänger in Kufa ermordet worden waren Die Stadt stehe unter strenger Kontrolle und dass Feinde den Imam (a.s) erwarten würden. Aber der Imam zog weiter. In Kerbala wurden der Imam und seine Begleiter umzingelt. Sie hielten ihn acht Tage fest. Der Imam festigte in diesen Tagen seine Stellung. Nachts ließ er alle seine Gefährten zusammenrufen und sagte:„Wir haben nichts vor uns als den Tod und Martyrium. …Ich entbinde euch von eurem Treueeid. Jeder ,der will, kann die Dunkelheit der Nacht nutzen und seine Leben retten.“Dann befahl er die Lichter zu löschen. Die meisten seiner Begleiter, die ihn aus materialistischen Gründen begleitet hatten verließen ihn; nur eine kleine Gruppe, die sich der Wahrheit verschrieben hatten blieben.Der Imam (a.s) versammelte die Zurückgebliebenen und sagte:„Die Feinde haben es nur auf mich abgesehen. Ein jeder von euch kann die Dunkelheit nützen und sich vor der Gefahr in Sicherheit bringen.“Aber diese Gefährten bekräftigten, dass sie nicht vom Weg der Wahrheit, den er anführe abweichen und niemals ihn in Stich lassen würden, und solange Blut in ihren Adern fließe und sie ein Schwert führen könnten würden sie seine Familie verteidigen.Am Ende des neunten Tages vom Muharram erreichte das letzte Angebot des Feindes, entweder Treueeid oder Krieg den Imam .Er erbat sich über die Nacht eine Frist für den Gottesdienst und fasste den Entschluß zum Krieg für den nächsten Tag.Am Tag von Aschura, dem 10.Muharram des Jahres 61nach der Higra stellte sich der Imam mit seiner kleinen Gruppe dem Kampf. Sie kämpften bis zum letzten Mann und Imam Hussein (a.s) und seine 72 Anhänger wurden auf grausame Weise von Soldaten des Omajadenherrschers Yazid bei Kerbala ermordet.Zuvor waren sie auf Anordnung Ibn Ziyads, dem von Yazid neu ernannten Statthalters Kufas in eine Wüstenenge getrieben worden. Ibn Ziyads war es, der die islamische Bewegung in Kufa rücksichtslos zerschlagen hatte und ihre führenden Köpfe hatte ermorden lassen Mit derselben Härte und Brutalität ging er nun gegen die Angehörigen aus dem Hause des Propheten und ihre Gefolgsleute vor. Kinder, Frauen und Männer ließ er mehrere Tage in der glühenden Hitze von Soldaten umzingeln und versperrte ihnen den Zugang zur Wasserquelle. Yazid nahm an, die Aufständischen würden sich auf diese Weise früher oder später ergeben.Der Durst machte zwar allen zu schaffen, aber ihr Glaube und ihre Gottesfurcht verlieh ihnen Kraft.Imam Hussein (a.s) und seine treuen Gefährten hatten freiwillig den Märtyrertod gewählt.Er hatte gesagt:“Ich rufe zum Aufstand nicht etwa aus Selbstsucht oder Machtgier, unüberlegt oder aus Liebe zur Gewalt, oder um Unruhe zu stiften; ich rufe zum Aufstand, weil ich die Ummah meiner Vorfahren zum rechten Weg führen möchte. Ich möchte das Gebot erfüllen „Gutes gebieten und Schlechtes verwehren.“( Al-amr bil-ma´ruf wan-nahi an el munkar.) und gemäß der Sunnah meines Großvaters und dem Vorgehen meines Vaters zu verfahren.“In den Gebeten, die man bei der ziyarat für Imam Hussein (a.s) betet heißt es:O Hussein (a.s) , du bist derjenige, der das Gute gebietet und das Schlechte verwehrt hat, der das Gebet aufrecht erhalten hat, der aufgefordert hat, die religiösen Pflichten zu erfüllen.Er wies die Ummah auf die Besonderheiten des Imamats und die Eigenschaften und Qualitäten, denen der Imam und Führende der Muslime zu entsprechen hat, hin. Er erinnerte an die Notwendigkeit des Widerstandes gegen Unrecht und Tyrannei und den Sturz des Regimes, wenn dieses die Islamischen Gesetze missachte. Er sagte:„Nur der ist des Imamats würdig ,der dem Buche (Worte) Gottes gemäß regiert ,sich für Recht und Gerechtigkeit erhebt ,der Religion Gottes treu verbunden ist und für den nichts zählt, als das Heilige Göttliche Wesen (ALLAH ) und dessen Wille!“In einem Brief, den er an die Großen der Stadt Basra schreib mahnte er:„Ich rufe euch auf, euch an das Buch Gottes und die Sunnah des Propheten zu halten, denn die Sunnah wird mit Füßen getreten und Gotteslästerei ist aufgelebt Wenn ihr auf meine Worte achtet und meine Ermahnung beherzigt ,so werde ich euch Glück und Vollkommenheit zuführen.“Mit anderen Worten: Imam Hussein (a.s) betonte die Rechtmäßigkeit des Widerstandskampfes gegen Gewaltherrscher und klärte über Anliegen und Zielsetzung dieses heiligen Gihads auf.Die grausame Gewaltherrschaft der Omajaden konzentrierte sich darauf, das islamische Rechtswesen systematisch zu zerschlagen .Es herrschten Korruption, Brutalität, Dekadenz und soziale Krisen. Wer sich dagegen wehrte wurde ermordet, denn das Machtsystem ließ keine Art des Protest zu.In den Monaten vor dem Kampf in Kerbala unterstrich Imam Hussein (a.s ) immer wieder das Gebot Gutes zu gebieten und das Schlechte zu verwehren und die Pflichten zu erfüllen. Er forderte die Mächtigen, welche die islamischen Gesetze und Vorschriften mit Füßen traten und sich von der Wahrheit entfernten, immer wieder dazu auf.Aber Yazid war unerfahren und unwissend konnte die Aufforderungen und Ratschläge des Imam nicht ertragen und wollte ihn zum Treueeid zwingen. Er kannte weder Pflichten noch Bürden.Imam Hussein (a.s) widersetzte sich mit den Worten:Niemals gebe ich auf! Niemals unterwerfe ich mich euch! Niemals finde ich mich als Sklave ab! Yazid ist ein Verdorbener, ein Weintrinker, ein Mörder und ein eindeutiger Sünder, und einer wie ich unterwirft sich nicht einem Mann des Schlages von Yazid!“Und wissend um sein Ende meinte er:„Wir alle gehören ALLAH und zu ihm kehren wir zurück. Der Tod ist besser als das Ertragen von Feigheit und Scham.“Sein Widerstand fand den Höhepunkt in Aschura. Prophet Mohammad (s.a.s) sagte sinngemaß: Derjenige der sieht, daß ein Regierender erlaubt, was ALLAH verboten hat, den Vertrag ,den er mit ALLAH abgeschlossen hat übertritt, von der Sunna und von Rasul ALLAH abweicht, die Muslime angreift, derjenige, der das sieht und sich nicht diesen Regierenden widersetzt weder mit Worten noch mit Taten, dem wird ALLAH dieselbe Behandlung zukommen lassen, die dem Tyrannen zukommt.Das Unglück, das den islamischen Völkern widerfahren ist, ist die Folge dieses Nichtbeachtens der empfohlenen Worte von Rasul ALLAH. Man unterwarf sich den feigen grausamen und heuchlerischen Kalifen, die geblendet von der Macht und vom Ruhm gänzlich ohne das Licht der Wahrheit und der Gerechtigkeit waren. Das Ergebnis des Verrats : die Religion ist schwächer geworden, die große Tradition und Zivilisation des arabischen Volkes hat sich verflüchtigt, die Lügen haben die Wahrheit bedeckt….In der Sure Hud (11) Vers 113 heißt es: Und sucht nicht bei denen Anlehnung, die freveln! Sonst erfaßt euch (dereinst)das Höllenfeuer. Ihr habt außer Gott keine Freunde….Das Heer der Feinde plünderte nach Beendigung des Krieges das Frauengemach des Imam und legte Feuer an seine Zelte, köpfte die Märtyrer, entblößte ihre Häupter und warf sie , ohne sie zu begraben auf den Boden. Danach brachen sie am 11. Muharram mit den schutzlosen Frauen und Mädchen und den Köpfen der Märtyrer nach Kufa auf, von wo sie nach Damaskus vor Yazid geführt wurden .Die Soldaten Yazids legten die Frauen und die Kinder in Ketten. Den Frauen rissen sie die Kopftücher herunter und zerrissen sie. Hals ,Hände und Füße wurden mit Stricken und Ketten gebunden. Die Hände der Frauen banden sie am Hals der Kinder fest. Alle wurden auf Kamelen ohne Satteln hochgezogen.Die Karawanen begannen sich langsam zu bewegen, ihr voraus waren die Köpfe der Märtyrer, die auf Lanzen steckten. 78 Köpfe, 78 starke ehrenvolle Kämpfer des Glaubens waren gefallen, 17 Mitglieder der Familie des Propheten (s.a.s) und 70 Gläubige. Der Kopf von Imam Hussein (a.s) ging den anderen voraus. Hinter der Karawane, mit schweren Ketten behängt und vom Fieber taumelnd folgte Imam Ali Zyn -al Abidin (a.s) zu Fuß.Die Karawane zog schnell weiter. Manchmal wenn ein Kind auf den Boden rutschte, fiel die Frau, an die er gebunden war ebenfalls. Dann stürzte ein Soldat auf sie, hob die Peitschte und schlug und schlug und schlug….. Unter den Gefangenen befand sich der 21 jährige Sohn des Imam, der 4. Imam ,Imam Sagad Zyn -al-Abidin., und dessen anderer vierjährige Sohn Muhammad ibn Ali, der 5. Imam, sowie Hassan Mutanna, der Sohn des zweiten Imam und Stiefsohn von Imam Hussein (a.s), der im Krieg eine tödliche Wunde erlitten hatte und den sie in seinen letzten Todesseufzern gefunden hatten..Das Ereignis von Kerbala, die Gefangennahme der Frauen und Töchter aus dem Prophetenhaus, die Reden ,welche die Tochter des Herrschers der Gläubigen (a.s) und Schwester Imam Hussein (a.s) Zeinab Kubra in Kufa hielt um das Verbrechen Yazids anzuprangern und die Reden des 4. Imam entehrte die Omayadendynastie und machte die mehrjährige Propaganda von Mu´awiya zunichte.Es kam soweit, dass Yazid seine grausame Tat öffentlich verabscheuen musste. Imam Hussein (a.s) ist nicht umsonst gestorben. Sein Auftrag lebt.! Die Hoffnung ist zu neuem Leben erwacht ! Die Mission, für die er sein Leben hingab, erstarkte immer mehr, bis schließlich die Macht der Omajaden zerfiel. Die Tragödie von Kerbala erschütterte das Reich, das auf soviel Planung und Intrige errichtet worden war, in seinen Fundamenten. Die Tragödie von Kerbala machte Yazid zum meistgehaßten Mann in der muslimischen Welt. Das ist göttliche Gerechtigkeit.!!!Nach dem Schahadat Hussein (a,s) erkannten die Muslime Eignung und Rechtmäßigkeit zu Imamat und Rechtleitung in dessen Sohn Ali Ibn al Hussein (a.s). Es war ihnen offenkundig, dass nur er Anspruch auf Wilayat, Imamat und Kalifat hatte.Zu Zeiten des vierten Imam aus dem Hause des Propheten setzten sich etliche Bewegungen dieser Art zur Verteidigung Ahl-Bayt (a.s) ein. Sie alle hatten ein Motiv : Vergeltung des Schahadats des Enkelsohnes des Propheten Imam Hussein (a.s).Der auffallendste Zug an Imam Hussein (a.s.) war seine Leidenschaft für die Vereinigung mit ALLAH (s.t). Die letzte Nacht seines irdischen Lebens verbrachte er in Gebet und inbrünstigen Bitten. Am nächsten Tag, selbst mit dem Tod vor Augen, vergaß er nicht seine Gebete. So zeigte Imam Hussein (a.s.) durch sein unsterbliches Beispiel, daß ein Muslim stets um die geistlichen Dinge bemüht sein soll, auch durch und mit den Gegebenheiten dieser Welt.Am Nachmittag von Ashura – der 10. Muharram des Jahres 61.waren viele Gefährte des Imams in Kerbala bereits tot. Imam Hussein (a.s), der auch verwundet war, war allein geblieben. Sein Herz schlug immer schwächer, aber er war ALLAH sehr nahe. Plötzlich erhob er seine Hände zum Himmel und seinen Herrn anflehend ,sagte er:„O mein Herr, ich habe alles, ohne Ausnahme, in DEINEM Namen gegeben und für die Liebe zu DIR. Ich habe meine Familie verlassen und akzeptiert, daß sie zu Waisen werden, um DIR zu begegnen. Wenn, um Deiner Liebe Willen, mein Körper in Stückchen geschnitten werden würde, auch dann würde ich mein Herz vor niemandem, außer vor DIR beugen.“Seine Liebe zu ALLAH war unendlich groß und sein Glauben war sehr tief, obwohl seine Schmerzen unerträglich waren.Es war Abend, während des ganzen Tages hatte die Sonne den Sand von Kerbala mit ihren Strahlen erhitzt. Imam Hussein (a.s) blutete stark aus den Wunden, die ihm die Feinde zugefügt hatten; er hatte nicht mehr die Kraft sich aufrecht auf dem Pferd zu halten. Langsam begann sich sein Haupt und Körper zu senken ( =er rutschte vom Pferd ?) bis seine Stirn den glühend heißen Sand des Bodens berührte. Er wandte sich zu ALLAH:„Im Namen Gottes, mit SEINER Hilfe und durch die Botschaft SEINES Gesandten . Willig füge ich mich DEINEM Willen und verbeuge mich vor Deinem Befehl; ich ertrage mit Geduld die Scherzen, die Pein, den Kummer und die Schwierigkeiten, die von DIR kommen, o Hilfe von denjenigen, die Hilfe Suchen!“Die härtesten Prüfungen, drei Tage ohne Wasser unter der glühenden Sonne, die Trennung von seinen lieben Angehörigen, der Verlust vieler Gefährten und das Wissen um die Leiden, die seiner Familie zustoßen würden, hielten den Imam (a.s) nicht von seinem Auftrag ab, sich gegen den Tyrann Yazid zu stellen, um den Islam zu retten. Der blutende Körper des Imam (a.s) , von tausenden Pfeilen getroffen, lag am Boden und Shimr, der grausame Mörder, (ALLAH verfluche ihn) stand neben ihm, um ihn zu enthaupten. Plötzlich murmelte der Imam etwas, und der Mörder glaubte einen Fluch gegen sich gerichtet zu hören; er näherte sich um zu hören ,was der Imam (a.s) sagte. Dies sind die letzten Worte, die er zu hören bekam:„O mein Herr ! Ich habe meine Pflicht zu Ende geführt, mach also, daß sich DEIN Versprechen erfüllt“Es wird überliefert, daß man einen gewaltigen (himmlischen )Schrei hörte:„O Hussein, sei froh, denn durch dich werde ICH vielen Sündern verzeihen, darunter diejenigen, die dich lieben.“Darauf hin sagte der Imam:„Jetzt ist der Tod für mich zur Freude geworden.“Die heutige Situation unterscheidet sich kaum von der Situation zur Zeit Imam Hussein (a.s). Auch heute sind wir Zeuge, wie überall in der islamischen Welt Präsidenten, Generäle, Könige und Scheich herrschen, die die muslimischen Völker zumeist im Dienste der Großmächte von ihrer islamischen Identität trennen wollen.Aus dem Eintreten des Imam für Wahrheit und Gerechtigkeit ziehen wir die Lehre, dass das ganze Leben ein einziger Schauplatz des Widerstreites zwischen Wahrheit und Unwahrheit ist. Imam Hussein (as.) sagt uns, dass wir gegenüber der Unwahrheit niemals aufgeben sollen, auch dann nicht wenn wir uns selbst dabei opfern müssten. Diese Botschaft kenn keine Grenzen. Jeder Tag ist Aschura, jeder Ort ist Kerbala und jeder Monat Muharram.Imam Hussein (a.s) hat uns gelehrt ,dass das Leben aus Glauben und Gihad besteht. Um wahrhaft gläubig zu sein, müsssen wir uns permanent anstrengen, uns mit all den Faktoren auseinadersetzen, die uns weg von der Wahrheit, vom Gedenken an ALLAH führen. Fehlt uns die rechte Überzeugung, so folgen wir unseren Begierden und entfernen uns von unserer eigentlichen menschlichen Identität. Führen wir aber nicht diesen ständigen Gihad, dann verfallen wir in Resignation und Schwäche.Schließlich hat uns Imam Hussein (a.s) verdeutlicht, dass letztendlich die Wahrheit bleibt und Unwahrheit vergeht. Je reiner unsere Absicht, je aufrichtiger wir sind, desto ewiger und Bleibender wird unser Handeln sein. An Tag von Aschura tritt das Licht der Wahrheit dem Dunkel der Unwahrheit eindrucksvoll gegenüber. Deshalb ist die Botschaft dieses Tages, das Opfer Imam Hussein (a.s) und seiner getreuen Gefährten unsterblich ist.Du´aFriede sei auf den ehrenhaften Propheten des Islam (s.a.s) und seiner Nachkommen und allen Märtyrern, Männern und Frauen und Kinder, dessen Existenz geopfert wurde für die göttliche Sache und daß das Licht des Koran uns immer erleuchten möge.

Was ist Aschura?

Ashura, das ist der 10. Tag im Monat Moharram. Der Abend von Ashura im Jahre 61 nach Hedschra bringt in der Wildnis von Kerbala unsagbares Leid über die Frauen und Kinder der Familie unseres Propheten.Die Soldaten von Omar ibne Sa’ad schlagen die Köpfe von den toten Körpern unserer heiligen Märtyrer ab und spießen sie auf Lanzen auf. Die Feinde des Islam feiern laut den Sieg über den Enkel des Propheten Mohammad (sa).Sie zünden das Lager von Imam Hossein (as) an. Sie plündern die Kinder und Enkelkinder von Hazrat Fatima (as). Sie reißen all ihre Habseligkeiten an sich. Sie entreißen den Frauen sogar die Tücher, die für die Bedeckung ihres Kopfes notwendig sind.Die Frauen und die Kinder fliehen von einem Zelt ins andere, während die feindlichen Soldaten ein Zelt nach dem anderen anzünden. Hazrat Zainab (as) holt den kranken Ali Zainul-Abedin (as) aus dem Bett, das schon in Flammen steht und bringt ihn aus dem Flammenmeer hinaus in Sicherheit. Sie kümmert sich auch um alle anderen Kinder, die schreckliche Angst haben. Sie ruft alle zusammen und zählt sie; es könnten ja einige Buben und Mädchen zu weit vom Lager weggelaufen sein, das in Flammen steht. Zu ihrem Entsetzen stellt sie fest, daß tatsächlich jemand fehlt: Sukeina, die dreijährige Tochter ihres Bruders, ist nicht da. Hazrat Zainab (as) sucht nach ihr, überall, aber sie kann sie nicht finden. Plötzlich hat sie eine Idee, und sie eilt zum Schlachtfeld, zum kopflosen Leichnam ihres Bruders Imam Hossein (as), und tatsächlich! Sukeina sitzt neben dem geköpften Körper ihres geliebten Vaters und weint.“Vater! Mein lieber Vater, warum hörst du mich nicht, und warum sprichst du nicht mit mir? Bitte, steh doch auf, und schau, unsere Zelte stehen in Flammen.“Aber Imam Hossein (as) kann ihr nicht mehr antworten. Hazrat Zainab (as) nimmt die unglückliche Sukeina in ihre Arme, drückt sie ganz fest an ihr Herz und trocknet ihre Tränen. Dann bringt sie das verängstigte kleine Mädchen zu den anderen Kindern, denen noch immer Angst und Leid ins Gesicht geschrieben stehen.Als die Nacht hereinbricht, ist das Lager völlig niedergebrannt. Der Halbmond an diesem Abend ist Zeuge von den qualmenden Zeltresten und von der Verwüstung von Imam Hosseins (as) Lagerplatz, und der Halbmond ist auch Zeuge von den Freudensbezeigungen der Feinde und vom Fest, das Omar ibne Sa’ad in seinem Lager nach dem Sieg über Imam Hossein (as) gibt.Hazrat Zainab (as) hat inzwischen alle Frauen und Kinder versammelt, um die Nacht in der Sandwüste von Kerbala gemeinsam zu verbringen.Die Frau des Märtyrers Hurr und einige andere Frauen schaffen im Schutz der Nacht etwas Essen und etwas Wasser für die Notleidenden heran. Sie haben Schmerzen. Sie waren gequält und gedemütigt worden. Wer könnte in einer solchen Zeit an Essen denken? Wer könnte da noch Hunger haben? Aber, um Hurrs Frau nicht zu kränken, nehmen sie ein paar Bissen und etwas Wasser zu sich.Hazrat Zainab (as) kümmert sich liebevoll um diese verwaiste und ausgeplünderte Schar, wie es ihr Bruder Imam Hossein (as) ihr aufgetragen hatte.Sie legen sich auf dem nackten Sand schlafen. Nur Hazrat Zainab (as) bleibt wach. Sie findet eine zerbrochene Lanze, und sie beschützt damit die Frauen und Kinder, darunter ihren kranken Neffen, unseren vierten Imam, Imam Zainul-Abedin (as).Während Hazrat Zainab (as) ihrem Bruder diesen Dienst erweist, hat sie eine Vision: Sie sieht ihren Vater, Imam Ali (as), auf einem Rappen entgegenkommen. Aber sie erkennt ihn zunächst nicht. Sie denkt, der Reiter ist ein Soldat aus dem feindlichen Lager, und mutig und unerschrocken befiehlt sie ihm, dem niedergebrannten Lager nicht zu nahe zu kommen, doch der Reiter hört nicht. Er reitet weiter, und als er neben Hazrat Zainab (as) hält, bleibt sie nicht ängstlich stumm. Sie sagt zum fremden Reiter mit fester Stimme: „Keinen Schritt weiter, die Frauen und Kinder sind todmüde eingeschlafen, bitte störe sie nicht. Wenn du in der Absicht gekommen bist, uns noch einmal auszuplündern, dann komm morgen Früh wieder, obwohl, Allah weiß, wir besitzen nichts mehr.“Plötzlich erkennt Hazrat Zainab (as) im blassen Mondlicht das Gesicht ihres Vaters. Und zum ersten Mal seit Hazrat Zainab (as) Medina verlassen hat, zeigt sie ihre Gefühle. Bis jetzt hat sie nicht geweint, aber nun rinnen die Tränen in Strömen über ihre anmutigen Wangen. Sie schlingt ihre Arme um ihren Vater und schluchzt noch eine lange Zeit.